Bewusster Atem und der stille Raum

Bewusster Atem Hier und Jetzt

Bewusster Atem

„Das Bewusstsein der Geschöpfe ist durch das Atemholen bedingt.“
Zhuangzi

Was ist bewusster Atem?

Die Atmung ist eine Grundfunktion des Lebens. Sie wird sowohl über das vegetative, also das unwillkürliche Nervensystem gesteuert als auch bewusst über den Willen. Wir besitzen also auch die Freiheit, unseren Atem willentlich zu lenken. Das vegetative Nervensystem enthält zwei wesentliche Anteile, die als Sympathikus und Parasympathikus bezeichnet werden. Die Atmung versorgt unseren Körper mit dem nötigen Sauerstoff, den wir zum Gasaustausch in unseren Lungen und in den Körperzellen benötigen. Bei körperlicher Anstrengung erhöhen sich Atemfrequenz und -tiefe. Dagegen verringern sich Frequenz und Tiefe der Atmung im Zustand der Ruhe.

Was hat die Atmung mit Spiritualität zu tun?

Im christlichen Glauben spricht man vom göttlichen Odem, dem heiligen Geist oder Geist Gottes. Mit dem Wort Atman aus dem altindischen Sanskrit ist der Lebensatem, der allem innewohnende göttliche Geist gemeint.
Bewusster Atem verbindet uns mit unserer Seele, mit unserer Göttlichkeit. Dies kann auch nach langer Zeit der inneren Trennung und nach vielen leidvollen Erfahrungen geschehen. Es ist uns möglich, über den bewussten Atem diese Verbindung zu unserem göttlichen Selbst wieder herzustellen. Mit ihm können wir in den gegenwärtigen Augenblick, ins Leben im Hier und Jetzt eintauchen.

Was meinen unsere Mediziner dazu?

Nicht nur die Bewegungen des Körpers sondern auch mentale und emotionale Zustände beeinflussen die Atmung. Wenn wir uns im Stress fühlen oder Angst haben, dann erhöht sich auch die Atemfrequenz.
Medizinisch kann die Reaktion des Körpers auf Stress und Angst ganz einfach mit der sogenannten sympathikotonen Reaktionslage beschrieben werden. Das bedeutet, dass das Gleichgewicht zwischen den beiden Anteilen des vegetativen Nervensystems zugunsten des Sympathikus verschoben ist. Hier sind alle Notfallfunktionen des Körpers aktiviert, so dass wir direkt und schnell handeln können. Der Sympathikus steigert neben der Atemfrequenz auch noch den Puls, den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel im Körper. Viele Menschen leben fast ständig in einem solchen Zustand und das ist für den Körper äußerst ungesund.

Die Beobachtung der Atmung

Die Beobachtung unserer Atmung stoppt für die Zeit in der wir das tun, unsere unbewussten mentalen Denkprozesse. Obwohl das Atmen so selbstverständlich erscheint, hat der Atem doch eine essentielle Bedeutung für alle unsere Lebensvorgänge. Er erfüllt uns in jedem Augenblick mit Energie und Lebenskraft. Die Atmung kann willentlich beeinflusst werden, funktioniert jedoch die meiste Zeit von allein. Besonders empfehlenswert ist es, auf die kurzen Pausen zwischen Ein- und Ausatmung zu achten. Eine beliebte Atemtechnik ist auch, den Atem bei diesen Übergängen für einige Sekunden, je nach Übungsstand, anzuhalten.

Bewusster Atem – Schlüssel zur Bewusstheit

Der bewusste Atem kann also ein Schlüssel zum Erleben meines wahren Selbst sein. In dem Moment, in dem ich mir meines Atems bewusst bin, wird die Aufmerksamkeit von den sich ständig wiederholenden Gedanken abgezogen. Dann kann ein stiller innerer Raum entstehen, in dem die transformativen, die grundlegend verändernden Kräfte wirken können. Daher ist es für einen Menschen, der spirituell leben möchte, von essentieller Bedeutung, seinen Atem so oft wie möglich zu spüren.

Wie geht das?

Dabei sollte man zunächst einmal bewusst fühlen, wie die Atemluft in den Körper ein- und wieder ausströmt und wie sich Brust und Bauch dabei anheben und wieder senken. Schon ein einziger bewusster, tiefer, möglichst in den Bauch gelenkter Atemzug genügt, um einen inneren Raum zu schaffen. Schon konnte auf diese Weise der Gedankenstrom für einen Augenblick unterbrochen werde. Je öfters am Tag man diese Übung ausführt, umso besser ist das Ergebnis. Der bewusste Atem kann auch unsere körperliche und mentale Leistungsfähigkeit steigern. Er beschert einem zum Beispiel eine neue Idee, eine Inspiration, wenn man über einer schwierigen geistigen Aufgabe brütet.

Was sind Pranayamas?

Pranayamas sind Atemübungen im Yoga. Sie sollen dann im entsprechenden Kapitel über Yoga besprochen werden.

Der stille Raum

Mit Hilfe der bewussten Atmung ist es uns möglich in einen inneren, stillen Raum einzutreten. Auch diese Übung ist ein Werkzeug, um im gegenwärtigen Augenblick, im Hier und Jetzt leben zu können.

Was ist der stille Raum?

Der stille Raum befindet sich in unserem Inneren. Hier ist zunächst einmal gar nichts, wie in einem Vakuum. Unsere Physiker streiten sich darüber, wie hoch der Anteil an leerem Raum in einem Atomen ist. Manche sprechen von über 99%, andere meinen, diese Auffassung stütze sich noch auf das alte Bohr´sche Atommodell. Nach neuerer Anschauung sind die Teilchen, aus denen wir bestehen sowieso nicht fest und fix. Vielmehr stehen sie in ständiger Wechselwirkung miteinander.
Der stille Raum, der hier beschrieben wird, ist nicht materiell und besitzt auch keine materielle Begrenzung. Dennoch dient er einem Menschen, der spirituell leben möchte, als dringend benötigte „Spielwiese“, um letztendlich aktiv Schöpfer sein zu können. Wir können nichts neues schaffen, wenn uns der benötigte „Raum“ dazu fehlt.

Wie kann ich diesen Raum finden?

Diesen Raum kann man am ehesten erkennen, wenn man sein Denken beobachtet. Da zeigt er sich uns als Raum zwischen den einzelnen Gedanken. Allerdings gehört einige Übung dazu, sich dessen bewusst zu werden. Menschen, die nach ihrem wahren Selbst und nach spiritueller Erleuchtung streben, stecken des öfteren in einem Dilemma. Denn vieles von dem, was sie auf diesem Wege suchen, ist kein Objekt, was mit den Augen sichtbar wäre. Wir haben auf diesem Weg also keine andere Möglichkeit als unsere Sinne weiter zu entwickeln. Wir müssen es lernen, intensiver zu spüren, wahrzunehmen und achtsam zu sein.

Die Öffnung des stillen Raumes

Der innere Raum kann sich in uns öffnen, wenn wir es uns zur Aufgabe machen, im Hintergrund ständig mit einem Gefühl der Zufriedenheit zu leben. Umgekehrt kann man natürlich auch sagen: Wenn unser innerer Raum geöffnet ist, dann können wir mit einem ständigen Gefühl der Zufriedenheit leben. Das klingt zunächst einmal paradox. Jedoch das Eine bedingt hier das Andere. Für die Öffnung dieses Raumes müssen wir die Weite und Stille in unserem Inneren spüren und auch innerlich still werden. Der bewusste Atem kann uns dabei behilflich sein. Diese Öffnung erfolgt also nur über ein achtsames in-sich-Hineinfühlen.

Die Schönheit unseres Daseins

Wenn wir uns für diesen stillen Raum geöffnet haben, dann können wir erst die Schönheit unseres Daseins erkennen. Wir erkennen dann unser bloßes Sein. Und das erfolgt unabhängig von dem, was sich in unserem äußeren Leben zeigt. So können wir uns auch an den einfachen Dingen des Lebens erfreuen und treten in eine herzliche Beziehung zu anderen Menschen. Diejenigen, die diese Erfahrung machen, erlangen auch die Fähigkeit, sich in der eigenen Gesellschaft, also allein mit sich selbst wohlzufühlen. Es ist ein andauerndes Gefühl von Frieden und Lebendigkeit in mir. Unser Bewusstsein öffnet sich für die Glückseligkeit des Seins.

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