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Jul 2017

Die Seele

Die Seele

Seele

Seele und Psyche

An dieser Stelle macht es Sinn, einmal den Begriff der Seele zu durchleuchten.
Im modernen Sprachgebrauch wird Seele oft gleichbedeutend mit dem Begriff Psyche verstanden. Hier steht die Seele einfach für geistige Belange und emotionale Anteile beim Menschen.
Carl Gustav Jung (1875 – 1961) verstand unter dem Begriff Seele eine innere Persönlichkeit, der wir uns normalerweise nicht bewusst sind. Beispiele dafür sind Animus und Anima. Sie sind wichtige Archetypen des kollektiven Unterbewussten und stellen dabei auch Seelenanteile dar.

Seele im spirituellen Verständnis

In religiösen, spirituellen und auch in vielen philosophischen Betrachtungen bezieht sich der Begriff Seele immer auf ein nicht- materielles Prinzip. Hier wird angenommen, dass die Seele auch außerhalb des Körpers und unabhängig vom physischen Tod existiert, also unsterblich ist. Der menschliche Tod ist dann der Vorgang, bei dem sich die Seele vom Körper trennt.

Die Reinkarnation

Die meisten spirituellen Menschen gehen davon aus, dass es eine Seelenwanderung, die sogenannte Reinkarnation gibt. Sie leben also in der Überzeugung, dass die Seele mehrere oder sogar sehr zahlreiche Erdenleben in verschiedenen Körpern durchlebt. Die Seele, unsere wahre Existenz, unser wahres Sein, ist dieser Auffassung nach unsterblich. Je mehr Erdenleben eine Seele durchlebt, desto erfahrener und reifer ist sie geworden. Die Seele wird nach dieser Einschätzung also durch das Erdenleben geprägt.
Die Lehrmeinung der heutigen christlichen Kirchen schließt die Möglichkeit einer Wiedergeburt des Menschen aus. Dennoch können Spurensucher selbst in der Bibel Hinweise auf eine Reinkarnation finden. Ein Beispiel könnte das „Gesetz von Saat und Ernte“ sein, in dessen Zusammenhang Jesus sagte: „Was der Mensch sät, wird er ernten“.

Leben wir gleichzeitig in verschiedenen Welten?

Nach Platon führen wir sowohl ein Leben in der Welt der Materie als auch auf einer universellen Ebene. Seiner Vorstellung entsprechend existierte die Seele vor unserem Leben bereits in einer Welt, die er das Reich der Ideen nannte. Im menschlichen Körper habe sie ihre vollkommenen Ideen dann vergessen. Doch vor allem durch den Anblick der Natur werde in der Seele des Menschen eine Sehnsucht nach ihrem Ursprung geweckt. Dann wolle sie zurück in diese Ideenwelt. Doch nicht alle Menschen strebten nach dieser Welt, viele gäben sich allein mit den „Schattenbildern“, denen sie hier in ihrem Leben begegnen, zufrieden.
Eine ganz ähnliche Thematik findet sich auch in Platon`s berühmten Höhlengleichnis.

Gibt es Beweise für die Existenz der Seele?

„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht ungläubig aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
Werner Heisenberg

Die Physik liefert Antworten

Viele Antworten finden spirituelle Menschen ausgerechnet in der Physik, einer der exaktesten Wissenschaften überhaupt. Allem voran bilden die jüngeren Erkenntnisse der Quantenphysik die Möglichkeit für eine Verbindung von Naturwissenschaft und spirituellen Vorstellungen. Die Forschungen der Quantenphysiker zeigten Resultate, die mit den traditionellen Naturgesetzen völlig unvereinbar waren. Daher gehen seither auch viele Naturwissenschaftler von der Existenz einer Seele aus, wenn sie nicht vorher schon religiöse Menschen waren.

Was sind Quanten?

Quanten sind nicht weiter teilbare, sogenannte Elementarteilchen oder auch kleinste Energieeinheiten, die von einem System auf ein anderes übertragen werden können. Der Quantenphysik gelang die folgende Erkenntnis: Jede Materie, also auch Atome, Elektronen oder Protonen, besitzt sowohl ihre sogenannte Teilchen- Eigenschaft als auch die Eigenschaft einer Welle. Sie besitzt also sowohl Teilchen- als auch Wellencharakter.

Was kann aus den Experimenten der Quantenphysiker geschlossen werden?

Hier soll keine Einführung in die Quantenphysik gegeben werden. Dazu kann man die empfohlenen Bücher (oder andere) studieren.
Die tiefgreifende Erkenntnis aus den Experimenten der Physiker besagt jedoch, dass der Beobachter das, was er betrachtet, beeinflusst und formt. Sobald ein Mensch als Bewusstseins- begabtes Wesen einen quantenphysikalischen Versuch beobachtet, verändern sich die Resultate. Allein schon die Fragestellung kann bei einem Experiment den Ablauf beeinflussen. Die Frage entscheidet also über die Antwort. Diese Erkenntnis kann, und so viel wissen die Physiker bereits, auch auf alles andere in der Welt übertragen werden. Aus den Experimenten konnte man folgern, dass das Wissen immer subjektiv ist, nämlich das Wissen des Beobachters. Es kommt immer darauf an, mit welchem Bewusstsein auf den Handlungsablauf eingewirkt wird.

Welche philosophischen Schlüsse lassen sich daraus ziehen?

In der Quantenphilosophie werden die Resultate der Quantenphysiker in ein philosophisches Konzept eingebaut. Die Forscher stellen sich hier die Frage, ob man überhaupt noch zwischen Geist und Materie unterscheiden kann. Sie kamen zu dem bahnbrechenden Schluss, dass der Geist auch die Ebene der Materie beeinflussen kann. Materie wird also letztlich vom Geist geformt. Auf alles, was existiert wirken Geist und Bewusstsein ein. Eine objektive Wirklichkeit kann daher gar nicht existieren.

Wo bleibt hier die Seele?

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von seriösen Physikern, die behaupten, dass es eine physikalisch beschreibbare Seele gibt. Das heißt, es gibt deutliche Hinweise für das Vorhandensein eines vom Gehirn unabhängigen Bewusstseins. Und auch Hinweise für dessen Fortbestand in einer anderen Dimension nach dem Tod.

Die Sogenannte Verschränkung

Dabei stützen Physiker sich auf das quantenphysikalische Phänomen der Verschränkung. Die sogenannte Verschränkung ist ein merkwürdiger Effekt, auf den früher schon Albert Einstein aufmerksam geworden ist. Und heute konnten Quantenphysiker einen Nachweis für die Existenz dieses Effektes erbringen. Dabei geht es um die „Verschränkung“ zweier quantenmechanischer Partikel nach einer Interaktion. Diese beiden Partikel bleiben auf eine geheimnisvolle Weise miteinander verbunden. Sie sind zu einer Einheit geworden. Und das selbst dann, wenn beide Partikel sehr weit voneinander entfernt sind. Und sie agieren auch synchron. Verändert sich der eine, tut es der andere auch. Die Physiker konnten zeigen, dass dieser Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt, also auf die Anteile, die kleiner als Atome sind, beschränkt ist.

Dualismus zwischen Körper und Seele

Nicht nur das Licht kann nach den quantenphysikalischen Erkenntnissen in zwei fast gegensätzlichen Formen erscheinen: als Teilchen oder als Welle. Manche Physiker postulieren die Existenz eines universellen, allgemeingültigen Quantencodes. Darin ist der Dualismus zwischen Körper und Seele ebenso real wie die dualen Eigenschaften des Lichtes. Die Seele gibt es dieser Auffassung nach wirklich, und unser unsterbliches Bewusstsein ist genauso wie Raum, Materie, Zeit und Energie ein grundlegender Bestandteil unserer Welt.

Nahtoderlebnisse, weitere Beweise für die Existenz einer Seele?

Es gibt eine große Zahl ganz alltäglicher Menschen, die am Rande des Todes gestanden haben. Sie hatten oft völlig phantastische Erlebnisse. Häufig befanden sie sich in einem Tunnel, an dessen Ende ein herrliches Licht erstrahlte. Sie empfanden eine völlige Losgelöstheit und einen nie gekannten Frieden. Auch hielten sie Rückschau auf ihr bisheriges Leben, das vor ihnen wie ein Film ablief. Viele trafen in dieser Welt bereits verstorbene Verwandte. Diese wurden oft von einer Art höherem Wesen geleitet. Von diesem Wesen erhielten sie zuweilen Ratschläge bevor man sie dann wieder zur Erde zurück schickte.

Die Existenz der Seele wird zur Gewissheit

Von den Menschen, die ein Nahtoderlebnis hatten, sind viele nach ihrer Rückkehr ins Leben nicht mehr dieselben. Sie haben eine andere Einstellung gegenüber dem Leben gewonnen. Manche wollen dieses nun in vollen Zügen auskosten. Sie schätzen Liebe, Weisheit und Erfahrungen als die höchsten Güter unseres Erdendaseins. Für viele von ihnen ist die Existenz einer unsterblichen Seele zu einer zweifelsfreien Gewissheit geworden.

Jeder bekommt den Tod, den er erwartet

Manche Menschen erfuhren diese Nahtoderlebnisse allerdings nicht friedvoll sondern eher furchterregend. Man hat herausgefunden, dass dies vorwiegend bei religiösen Menschen mit ausgeprägten Ängsten vor Hölle und Verdammnis der Fall war. Auch bei Selbstmördern oder solchen Menschen, die zuvor angst- und hasserfüllt gelebt hatten, gab es Nahtoderlebnisse, die mit Furcht und Schrecken einhergingen. Dies führt zu der Vermutung, dass der Mensch seinen Tod genau so erlebt, wie er ihn sich vorstellt.

Die Pionierin der Erforschung von Nahtoderlebnissen, Elisabeth Kübler- Ross, sagte dazu:
„Jeder bekommt den Himmel, den er sich vorstellt.“

Die Argumente der Gegenseite

Von Seiten der Schul- Medizin werden diese phantastischen Gefühle in der Todesnähe der Menschen allein mit einem Sauerstoffmangel im Gehirn erklärt. Ein solcher Sauerstoffmangel führt, wie man weiß, zu Halluzinationen. Diese sind auf eine gleichzeitige starke Erhöhung des Kohledioxidgehaltes im Blut zurückzuführen. Zudem kann es bei diesem Prozess im Gehirn auch zu einer vermehrten Ausschüttung der sogenannten Endorphine kommen.

Sind diese Argumente stichhaltig?

Sind die genannten Argumente eine Erklärung dafür, warum Menschen in ihren Todeserlebnissen derart lebendige und wahrhafte Wahrnehmungen haben? Warum sie sich völlig klar darüber sind, sich außerhalb ihres Körpers zu befinden? Warum sie sich teilweise auch detailliert an Gespräche erinnern, die im Nebenraum des Krankenzimmers stattfanden? Warum blinde Menschen Nahtoderlebnisse haben, bei denen sie plötzlich sehen können?
Wie kann so etwas bei einem vorübergehenden Gehirntod, also einem Zustand ohne die lebendigen Gehirnaktivitäten, möglich sein?

Was sagen die Bewusstseinsforscher dazu?

Die Bewusstseinsforscher erklären diese Phänomene mit dem weiter oben beschriebenen Körper- Seele- Dualismus. Sie zeigen uns, dass wir Menschen förmlich ein Doppelleben führen. Das eine Leben führen wir in der Welt der Materie und ein anderes in der immateriellen, transzendenten Welt oder, besser gesagt, auf der Ebene unserer Seele.

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