Homöopathie – Eine Einführung

Homöopathie

„Die Behandlung bei einem erfahrenen Homöopathen kann es dem Patienten ermöglichen, von innen heraus, rundum gesund zu werden.“
Dies ist die Aussage zahlreicher homöopathischer Therapeuten und ihrer zufriedenen Klientel.

„Aude sapere!“ „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“
Samuel Hahnemann

Homöopathie ist eine Heilmethode, die durch spezifische, individuelle Arzneireize die gestörten Selbstheilungskräfte eines kranken Menschen zur Heilung anregt. Sie beruht dabei auf speziellen Heilgesetzen, die vor über 200 Jahren von dem deutschen Arzt, Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843), begründet wurden.

Der Begriff Homöopathie wurde von ihm aus den griechischen Wörtern homoios, was ähnlich und pathos, was Leiden bedeutet, gebildet.

Der Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann

Hahnemann wuchs in der Stadt Meißen, dem damaligen Kurfürstentum Sachsen, als Sohn eines Porzellanmalers auf. Es wurde ihm eine gute Ausbildung gestattet und er beherrschte schon als zwölfjähriger vier Sprachen fließend. In Meißen, Wien und Erlangen studierte er Medizin und beendete sein Studium mit einer Promotion.
Nachdem er bald darauf seine eigene Praxis eröffnet hatte, fand er jedoch in der Anwendung und den Möglichkeiten der damals üblichen Medizin wenig Befriedigung. Er verwarf bald die üblichen Brech- und Abführkuren sowie den Aderlass.
Hahnemann, ein unruhiger Geist, lebte in verschiedenen Städten Nord- und Mitteldeutschlands und gegen Ende seines Lebens auch in Paris.
Frustriert gab er sogar zeitweise seine eigene Praxis völlig auf und verdiente den Lebensunterhalt für sich und seine stetig wachsende Familie mit Übersetzungen. Er übersetzte dabei vorrangig medizinische Schriften. Auch unternahm er zahlreiche chemische Versuche.

Die Entdeckung des Ähnlichkeitsprinzips

Im Jahre 1790 saß Hahnemann an der Übersetzung eines britischen Arzneimittelbuches, der „Materia Medica“ des schottischen Mediziners, William Cullen (1710-1790). Die Erklärung, die er darin über die Wirkung der Chinarinde gegen Malaria zu lesen bekam, fand Hahnemann völlig absurd. Daher nahm er mit dieser Substanz einen mehrmals wiederholten Selbstversuch vor. Bei jeder Einnahme der Chinarinde erfuhr er ganz ähnliche Symptome wie die eines Malariakranken. Durch dieses Ergebnis sah Hahnemann ein grundlegendes Heilprinzip am wirken, das Ähnlichkeitsprinzip. Er formulierte es folgendermaßen:

„Wähle… in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich erregen kann, als sie heilen soll.“

Oder:

„Similia similibus curentur.“

Die Anwendung des Ähnlichkeitsprinzips ist ein leitendes Prinzip der homöopathischen Heilweise. Das bedeutet, dass das Bild der Symptome eines Kranken mit dem geprüften Arzneimittelbild übereinstimmen muss. Nur dann kann Heilung geschehen. Hahnemann formulierte dies in dem lateinischen Satz: „Similia similibus curentur.“ Das bedeutet so viel wie Ähnliches möge Ähnliches heilen.

Das Ähnlichkeitsprinzip kannte man schon vorher

Das Ähnlichkeitsprinzip war jedoch nicht Hahnemanns Erfindung. Es ist ein Heilprinzip, welches schon vor tausenden von Jahren in den Veden des altindischen Sanskrit Erwähnung fand. Auch Hippokrates, der griechische Arzt des Altertums, benannte dieses Prinzip als einen von zwei möglichen Wegen zur Heilung. Diese beiden Wege sind die Heilung durch das Ähnliche und die Heilung durch das Entgegengesetzte. Und schließlich bediente sich auch die mittelalterliche Signaturenlehre dieses Prinzips.

Die Arzneimittelprüfung am Gesunden

Hahnemann begann damit, nach und nach die bekanntesten Heilmittel seiner Zeit zu prüfen. Dabei listete er alle Symptome auf, die nach der Einnahme der zu prüfenden Substanz auftraten. Dazu gehören beispielsweise auch alle veränderten Empfindungen, Emotionen, Verlangen und Abneigungen. Zunächst prüfte er die Mittel an sich und seinen Familienmitgliedern. Später unternahm er wohl dokumentierte Arzneimittelprüfungen mit seinen Studenten und Anhängern.

Die schriftliche Ausgestaltung der homöopathischen Heilweise erschien 1810 unter dem Titel: „Organon der rationellen Heilkunde“. Weitere überarbeitete Auflagen dieses Werkes tragen den Titel: „Organon der Heilkunst“. In §2 des Organon schrieb Hahnemann:

„Das höchste Ideal der Heilung ist schnelle, sanfte, dauerhafte Wiederherstellung der Gesundheit oder Hebung und Vernichtung der Krankheit in ihrem ganzen Umfange auf dem kürzesten, zuverlässigsten, unnachteiligsten Wege nach deutlich einzusehenden Gründen.“

Die Potenzierung der Heilmittel

Die geflügelte Redewendung, etwas in homöopathischen Dosen zu sich zu nehmen oder zu verabreichen, deutet darauf hin, dass in der Homöopathie wohl mit sehr geringen Dosierungen gearbeitet wird. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. In der Homöopathie kommen sogenannte potenzierte Substanzen zur Anwendung. Das sind Arzneisubstanzen, die in Hinblick auf ihren qualitativen Charakter verändert wurden und nicht allein hinsichtlich der Quantität.

Hahnemanns Potenzierungsverfahren

Auch dieses Verfahren zur Aufbereitung der Arzneimittel geht auf Hahnemann zurück. Er benutzte am Anfang seiner homöopathischen Arbeit unverdünnte Urstoffe oder Urtinkturen in denselben Dosierungen, die zu seiner Zeit üblich waren. Viele dieser Substanzen, wie Quecksilber, Arsen oder die Tollkirsche lösten bei den Patienten wegen ihrer Giftwirkungen sehr heftige Reaktionen aus. Dies war dem Zustand der bereits geschwächten Patienten äußerst abträglich. Daher entwickelte Hahnemann ein Verfahren, welches er Potenzierung nannte.

Was ist die Potenzierung?

Er verdünnte dabei die Ausgangssubstanzen mit einem neutralen Medium, wofür er Alkohol oder Milchzucker einsetzte. Nach einem bestimmten Schema verrieb oder verschüttelte er die Substanzen dann im Wechsel.
Hahnemann stellte fest, dass die Arzneimittel auf diese Weise immer heilsamer wirkten und ihre Giftwirkung im Verlaufe der Verdünnung immer weiter abnahm.

Auch noch heute werden die homöopathischen Arzneien der Vorschrift Hahnemanns gemäß oder nach überarbeiteten Methoden hergestellt.

Die Potenzierungsstufen und die Avogadrozahl

Man kennt verschiedene Potenzierungsstufen. Bei den sog. C- Potenzen handelt es sich bei jedem Arbeitsschritt um eine Verdünnung von 1:100, bei den D- Potenzen um eine Verdünnung von 1:10 und bei den Q- oder LM- Potenzen um eine Verdünnung von 1:50000. Will man eine C30 herstellen, so muss also 30 mal im Verhältnis von 1:100 verdünnt und verschüttelt werden.
Der sogenannten Avogadrozahl entsprechend, sind in einem Mol Stoffmenge rund 6×1023 Atome oder Moleküle enthalten. Das Mol ist die Stoffmenge eines Systems, das aus ebenso vielen Einzelteilchen besteht, wie Atome in 12 Gramm des Nuklids Kohlenstoff- 12 enthalten sind. Das Mol dient der Mengenangabe bei chemischen Reaktionen. Die Avogadrokonstante bezeichnet die Anzahl der Teilchen, die in der Menge von einem Mol eines Stoffes enthalten sind.

Die Hochpotenzen enthalten keine Stoffe mehr

Bei einem homöopathischen Mittel in der C30 beträgt die Wahrscheinlichkeit, noch ein einziges Molekül der Ausgangssubstanz wiederzufinden, ungefähr 1:1036. Man kann also salopp sagen, dass da überhaupt nichts mehr drin ist, zumindest nichts stoffliches, nichts materielles.
Dies ist nun der Punkt, an dem sich wohl die Geister scheiden.
Rein materiell ausgerichtete Mediziner und Naturwissenschaftler weisen auf die Unmöglichkeit einer pharmakologischen Wirkung bei den hoch potenzierten homöopathischen Mitteln hin. Und damit stellen sie das ganze homöopathische System infrage. Allerdings weiß kein Arzt bis heute, wie der menschliche Körper als Ganzes reagiert.
Die Wirksamkeit auch der hoch potenzierten homöopathischen Arzneien ist in vielen Studien bereits nachgewiesen worden.

Die Quantenphysik kann Erklärungsversuche liefern

Durch den Prozess des Potenzierens wird die Heilsubstanz immer weniger stofflich. Auf diese Weise verringert man im Grunde die Energie der Substanz immer weiter. Nach einigen Potenzierungsstufen ist fast keine Energie mehr da. Was jedoch durch diesen Vorgang in den Vordergrund gerückt wird, ist die in der Ausgangssubstanz enthaltene Information.
Manche Quantenphysiker postulieren ein Ordnungsprinzip in unserem Körper, welches durch die Kohärenz der ultra- schwachen elektromagnetischen Felder entsteht. Dadurch reagiere unser Körper wie ein makroskopisches Quantensystem. Es wird vermutet, dass sich die Einzelteile unseres Körpers, neben den bekannten elektrischen und physiologischen Vorgängen, über reine Information miteinander austauschen.

Die Dynamis oder Lebenskraft

Schon Hahnemann zog aus seinen Forschungen den Schluss, dass die homöopathischen Arzneien nicht auf unseren stoffliche Körper direkt einwirken. Sie wirkten hingegen auf unsere Dynamis, unsere Lebenskraft ein. Mit diesem Begriff benannte Hahnemann genau das, was unser Lebendigsein ausmacht und uns zu mehr macht als nur der Summe unserer einzelnen Teile. Der Begriff der Lebenskraft gilt in der materialistisch orientierten Welt als überholt und als nicht existent.

Die Dynamis und das elektromagnetischen Quantensystem des Körpers

Eine mögliche Erklärung für die Existenz der Dynamis liefert jedoch, wie oben erwähnt, die These eines Quantensystems im Körpers. Einfach ausgedrückt kann Heilung dann stattfinden, wenn man dem Körpersystem harmonische Schwingungen zuführt und somit disharmonische Schwingungen neutralisiert. Gesundheit bedeutet Ordnung.
Die Information der potenzierten homöopathischen Mittel wirkt diesem Verständnis gemäß auf unsere kohärent schwingenden elektromagnetischen Felder ein. Sie erhöhen durch die Kohärenz eben die Qualität dieses elektromagnetischen Feldes. Letzteres kann bereits auf indirekte Weise gemessen werden.

Die exakt abgestimmte homöopathische Arznei heilt oder stärkt unsere Lebenskraft. Das erleben die homöopathischen Therapeuten und ihre Patienten tagtäglich. Hahnemanns Heilsystem ist nicht etwa antiquiert, wie das viele Kritiker behaupten. Es ist in seiner heutigen, weiterentwickelten Form ein unentbehrliches Werkzeug zur wirklichen, tiefen Heilung des Menschen. Durch die gestärkte Lebenskraft bekommt der Körper einen Impuls, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Somit könnte die Homöopathie auch unsere Medizin der Zukunft sein.

Die Heilung von psychosomatischen und emotionalen Krankheiten

Viele Homöopathen argumentieren mit dem Einwand, die Welt der Emotionen und Gedanken sei doch auch etwas anderes als die materielle Welt. Und gerade bei der Behandlung dieser Bereiche könne man sich auch nicht auf die materielle Welt begrenzen.
In der Homöopathie machen Emotionen und Gedanken den Kern des Forschungsfeldes aus. Die Wirkung der Homöopathie, wäre sie endlich einmal öffentlich anerkannt würde dann jedoch das Materialismusparadigma unserer Gesellschaft eindeutig widerlegen.

Die homöopathischen Komplexmittel

Die sogenannte klassische Homöopathie, obwohl heute weit fortentwickelt, beruft sich auf die Lehren und Leitideen Hahnemanns. Daher wird hier in jedem Verordnungsfall immer nur ein einziges Medikament auf einmal verschrieben.
Die klassische Homöopathie arbeitet also nicht mit sogenannten Komplexmitteln. Bei letzteren werden verschiedene Substanzen zur Linderung einer Beschwerde zusammen gemixt und als Präparate gegen die verschiedensten Leiden verkauft. Mit einer solchen Mixtur ist es unmöglich, die unterschiedlichen Arzneimittelbilder der eingesetzten Substanzen mit den Symptomenbildern der Patienten zur Deckung zu bringen. Daher stellt die Komplexmitteltherapie keine Homöopathie im Sinne Hahnemanns dar. Eine Symptombehandlung ist mit diesen Mitteln möglich, jedoch keine tiefe Heilung.

Der Unterschied zwischen Symptombehandlung und echter Heilung

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen der Linderung eines bestimmten Symptoms und einer echten Heilung. Letzteres stellt ja das erklärte Ziel der Homöopathie dar. Die ganze universitäre Medizin, auch Schulmedizin genannt, beschäftigt sich vorrangig mit der Beseitigung oder Linderung von Krankheitssymptomen. Und das, trotz der Erkenntnisse der modernen Physiologie. Hier wurde nämlich auch erkannt, dass viele Symptome, die der Organismus hervorbringt, in Wirklichkeit wichtige Abwehrmechanismen des Körpers darstellen.

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Homöopathie – Einführung
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