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Jul 2017

Die Meditation

Die Meditation - Überblick über verschiedene Methoden

Achtsamkeitsübungen, Geführte Meditation, Zen-Meditation, Kundalini-Meditation uvm.

geführte Meditation Achtsamkeitsübungen

„Wie Regen ein Haus mit schwachem Dach durchflutet, so brechen Sehnsüchte in den Geist ein, der keine Meditation praktiziert.“
(13.Vers) Buddha oder Siddharta Gautama (560-480 v.Chr.)

Was ist Meditation?

Die Meditation ist eine spirituelle Praxis mit langer Tradition in vielen verschiedenen Kulturen.
Der Begriff stammt sowohl aus dem Lateinischen als auch aus dem Griechischen. Das lateinische Wort meditatio, heißt so viel wie nachsinnen, nachdenken und das griechische Wort medomai bedeutet denken oder sinnen.

Wozu Meditation?

Die Meditation gilt als eine maßgebliche spirituelle Übung zur Bewusstseinserweiterung. Durch die Meditationspraxis soll ein vom Alltagsbewusstsein unterschiedener Bewusstseinszustand erreicht werden. Mit Konzentration und Achtsamkeit gegenüber dem eigenen Denken soll dabei der Geist beruhigt und gesammelt werden. Es wird eine Verfassung der inneren Stille oder Leere angestrebt, ein Zustand, der frei von Gedanken ist. Bei der Meditation steht immer das gegenwärtige Erleben im Vordergrund. Angestrebt wird ein Zustand von äußerster Klarheit, Wachheit und Bewusstheit und gleichzeitig tiefster Entspannung.

Wer praktiziert die Meditation?

Meditative Praktiken sind in vielen Religionen und Kulturen von zentraler Bedeutung. Vor allem im Hinduismus, Buddhismus oder Daoismus wird die Meditation praktiziert, um den Zustand der Erleuchtung zu erreichen.
Auch im Christentum ist das höchste Ziel der Meditation, eine direkte Verbindung mit dem Göttlichen einzugehen. Es gibt christliche Überlieferungen aus dem Mittelalter, wo die „geistlichen“ Übungen, Meditatio, Lectio und Oratio, zur Sammlung des Geistes dienten. Das bedeutet soviel wie die innere Besinnung, die aufmerksame Lesung und das Gebet.

In den westlichen Ländern wird die Meditation heute auch ohne religiösen Hintergrund und oft ganz ohne spirituelles Bestreben eingesetzt. Hier soll sie nur dem allgemeinen Wohlbefinden dienen. In der Psychotherapie dient sie zuweilen auch als ein therapeutisches Mittel.
Spirituelle Menschen im Westen stützen sich bei ihrer Meditationspraxis vor allem auf die Formen, die im indischen Yoga oder im Buddhismus gelehrt werden.

Die Meditationstechniken

Seit den 1970er Jahren werden bei uns viele verschiedene Meditationstechniken angeboten. Diese sind zwar von den Lehren aus dem fernen Osten inspiriert, dann jedoch an die Bedürfnisse der westlichen Zivilisationsgesellschaften angepasst worden.

Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Techniken. Das ist zum einen die Meditation, die im stillen Sitzen ausgeführt wird und zum anderen die aktive Meditation, die bei oder mittels körperlicher Bewegung stattfindet. Daneben gibt es zahlreiche Variationen der beiden Grundtypen.

Die Meditationen im stillen Sitzen

Diese Meditationen werden fast alle mit geschlossenen Augen ausgeführt. Beim Meditieren im stillen Sitzen ist grundsätzlich zu beachten, dass man dabei eine bequeme und stabile Stellung einnimmt, bei der die Wirbelsäule aufgerichtet ist. Man sollte sich bei dieser Haltung jedoch nicht verspannen. Das Kinn muss ein klein wenig nach unten geneigt werden, so dass Hals und Rücken eine gerade Linie bilden. Idealerweise sollte man einen Sitz mit gekreuzten Beinen einnehmen. Wem dies nicht möglich ist, der kann auch auf einem Stuhl sitzend meditieren. Dabei sollte der Rücken jedoch gerade sein und nicht angelehnt werden. Die Beine sollten parallel zueinander stehen und die Füße den Boden berühren. Die Hände berühren bei der Meditation im Sitzen die Knie oder Oberschenkel. Manche Meditierende zeigen dabei ein sogenanntes Handmudra, bei dem Daumen und Zeigefinger jeder Hand sich berühren und die restlichen Finger ausgestreckt werden.

Zeit und Ort der Meditation

Es ist sehr sinnvoll, die Meditation regelmäßig zu üben. Der Geist kann viel schneller zur Ruhe kommen, wenn man es sich zur Gewohnheit macht, immer zur selben Zeit und auch am selben Ort zu meditieren. Es wird empfohlen, entweder am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung zu trainieren. Auch wäre es ideal, einen eigenen Raum für die Ausübung der Meditation zu haben.

Welche Sitzmeditationen gibt es?

Bei den Sitzmeditationen kann man die Ruhemeditation, die Achtsamkeitsmeditation oder Achtsamkeitsübungen, die transzendentale und die sogenannte Zen- Meditation unterscheiden. Zu den Sitzmeditationen gehört auch die geführte Meditation.

Die Ruhemeditation

Hier geht es darum, den Zustand der vollkommenen Gedankenlosigkeit zu erreichen. Man verharrt dabei in der Stille und versucht, seine Aufmerksamkeit immer wieder auf die Stille zu lenken. Die aufkommenden Gedanken lässt man vorbeiziehen, ohne sie zu beachten.

Die Achtsamkeitsmeditation oder Achtsamkeitsübungen

Bei dieser Art von Meditation geht es um die vollkommene Achtsamkeit gegenüber den eigenen, geistigen, emotionalen und auch körperlichen Empfindungen im gegenwärtigen Augenblick. Es geht um eine gedanken- und absichtslose Achtsamkeit im Hier und Jetzt. Achtsamkeit ist eine besondere Form von Aufmerksamkeit. Die Achtsamkeitsübungen haben ihren Ursprung im Buddhismus.

Was bewirken Achtsamkeitsübungen?

Achtsamkeitsübungen führen zu einem ruhigen Geist. Dadurch lernt man, die eigenen Gedanken, seine Emotionen und die Empfindungen im Körper klarer wahrzunehmen. Man lernt dabei, alles was im Leben geschieht, vollkommen wertfrei von einer übergeordneten Ebene aus zu sehen. Die Achtsamkeitsübungen dienen der Persönlichkeitsentwicklung und der Stressbewältigung.

Das MBSR- Programm

Das Programm mit dem Namen MBSR (Mindfulness- Based Stress Reduction) bedeutet , frei übersetzt, so viel wie Stressbewältigung durch Achtsamkeitsübungen. Es wurde von einem amerikanischen Mediziner in den 1970er Jahren entwickelt. Dieses Programm vereint die Erkenntnisse von Neurowissenschaftlern und Verhaltensmedizinern mit den aus dem Buddhismus überlieferten Achtsamkeitsmeditationen. Wissenschaftliche Forschungen an diesem Programm konnten die heilsame Wirkung der Übungen auf Körper und Psyche bestätigen. Achtsamkeitsübungen werden inzwischen weltweit von immer mehr Menschen genutzt. Sie wollen damit einen inneren Zustand von Glück und Zufriedenheit erreichen.

Die transzendentale Meditation oder TM

Diese Meditationsform stammt ursprünglich von dem indischen Yogi Maharishi Mahesh (1918-2008). Hier wird mithilfe eines Wortes oder eines Mantras meditiert, das auf eine natürliche, einfache und anstrengungslose Weise zu benutzen sei. So erfahre man die tiefe Stille bei gleichzeitiger erhöhter Wachheit. Dazu gibt es verschiedene Techniken, die in Kursen der TM- Organisation oder bei unabhängigen TM- Lehrern gelernt werden können.

Die Zen-Meditation

Bei der Zen-Meditation schenkt man dem Fluss des Atems besondere Aufmerksamkeit. Es gibt hier einige Parallelen zu den Achtsamkeitsübungen, denn der Geist achtet bei dieser Meditation aufmerksam auf jede Körperempfindung. Man richtet sein Augenmerk dabei auf die Gefühle und die feinen Bewegungen im Körper, die mit dem Atemfluss einhergehen. Da Körper und Geist eine Einheit bilden, können sich die Vorgänge in Körper und Geist wechselweise beeinflussen. Die Zen-Meditation kann auch eine Auflösung schmerzlicher, im Körper gespeicherter Erinnerungen bewirken.

Die geführte Meditation

Hierbei handelt es sich um eine Ausübung der Meditation, bei welcher der Praktizierende von einem Lehrer geführt und angeleitet wird.
Bei der geführten Meditation wird mit inneren Bildern gearbeitet, die direkt auf das Unterbewusstsein einwirken können. Das Meditieren kann dadurch beinahe mühelos praktiziert werden. Eine geführte Meditation kann zu einer tiefen inneren Verbindung mit unserem wahren Selbst führen und lässt uns dabei bewusster entspannen.

Dabei ist es natürlich von immenser Bedeutung, von wen man sich zur Meditation anleiten lässt. Es gibt zahlreiche geführte Meditationen, bei denen uns Frau oder Mann mit säuselnder Stimme auf eine an kitschigen Bildern überreiche Reise mitnehmen wollen. Das entspricht bei weitem nicht jedermanns Geschmack, stört bei der Kontemplation und man kann dadurch schnell in das Reich der kommerzialisierten Esoterik gelangen.
Eine geführte Meditation besitzt jedoch das Potential, tief in das Seelenleben eines Menschen einzugreifen. Daher gibt es auch die Möglichkeit, selbst angefertigte Texte auf einen Tonträger aufzunehmen. Gute Anleitungen dazu bekommt man in dem Buch, geführte Meditationen, Fantasiereisen und Imaginationen, von Doris Kirch. So kann man sich seine selbst geführte Meditation abspielen und auf diese Weise anleiten lassen.

Dynamische Meditationen sind im Sinne des Sprachgebrauchs dann natürlich auch geführte Meditationen, wenn sie unter der Anleitung eines Lehrers erfolgen.

Die aktiven Meditationen

Zu den dynamischen oder aktiven Meditationen, bei denen die Ausübenden körperliche Bewegungen ausführen, gehören neben der als aktive oder dynamische Meditation bezeichneten die Gehmeditation, die Kundalini-Meditation und die Vipassana-Meditation.

Die dynamische Meditation

Charakteristisch für diese Art von Meditation ist das Ausüben einer chaotischen Atemfrequenz und Übungen, die den Körper vollkommen aufrütteln sollen. Das diene dazu, alte Blockaden und Verhaltensmuster gezielt aufzubrechen. Hier sollen alle zurückgehaltenen Gefühle ungehemmt herausgelassen werden. Das führt dann oft zu lautem Schreien und Weinen und verschiedenen emotionalen Ausbrüchen unter den Teilnehmern.

Die Gehmeditation

Während des Gehens lenkt man bei dieser Meditation seine ganze Aufmerksamkeit auf die Schritte und das innere Empfinden, das damit einhergeht. Während des meditativen Gehens werden unsere beiden Gehirnhälften synchronisiert und ausgeglichen. Während des bewussten Gehens kann man auch ganz leicht Achtsamkeitsübungen ausführen.

Die Kundalini-Meditation

Hier geht es darum,die sogenannte Kundalini- Energie zu wecken. Die Kundalini ist ein Energiezentrum an der Basis unserer Wirbelsäule. Durch aktives Rütteln und Schütteln des ganzen Körpers soll die Kundalini „geweckt“ werden und dabei, wie eine Schlange die Wirbelsäule entlang bis zu unserem Scheitel aufsteigen. Um diese erweckte Energie im ganzen Körper zu verteilen, folgt nach dem mehrminütigen Schütteln eine Tanz- und letztlich eine Ruhephase.

Die Vipassana-Meditation

Diese Meditation ist eine sogenannte Einsichtsmeditation. Ebenso wie die Achtsamkeitsübungen entstammt auch diese Meditation der buddhistischen Lehre. Es geht hier darum Einsicht in die drei Daseinsmerkmale zu erhalten. Diese sind Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit bzw. Nichtgenügen und Nicht- Selbst. Mit der Vipassana-Praxis soll ein Weg zur Überwindung von Leiden durch die Auflösung der Verblendung und des Nichtsehens aufgezeigt werden. Diese Einsicht kann zu jeder Zeit stattfinden und ist nicht an ein fixes Meditationsschema gebunden.

Es würde den Rahmen dieser Ausführungen sprengen, auf alle genannten Meditationsformen detaillierter einzugehen. Darüber kann man sich in der entsprechenden Literatur informieren. Mit dieser Auflistung der genannten Meditationstechniken erheben wir auch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die alleinige Absicht ist dabei, dem Leser diverse Anregungen zu geben.

Die Auswirkungen von Massenmeditationen

Um die Kraft der Meditation weiter zu veranschaulichen, soll an dieser Stell noch einem ganz speziellen Thema Aufmerksamkeit gegeben werden. Dabei handelt es sich um die Auswirkungen von Massenmeditationen.
Durch wissenschaftliche Versuche konnte man herausfinden, dass meditative Zustände zur kurzzeitigen Kohärenz verschiedener Gehirne führen können. Das bedeutet, dass sie kurzzeitig einen Zusammenhang bilden.
Von drei Forschern (Orme-Johnson et.al. 2003) wurden die Auswirkungen dreier Massenmeditationen mit insgesamt 7000 Teilnehmern untersucht. Dabei verglichen sie diese mit der Häufigkeit von terroristischen Anschlägen. Man konnte erkennen, dass die Anzahl der terroristischen Anschläge innerhalb von zwei Jahren nach diesen Meditationen um 72% gesunken war.
In Washington D.C. sank im Jahr 1993 die zuvor deutlich angestiegene Verbrechensrate um 23,6% ab, nachdem in dieser Region Massenmeditationen stattgefunden hatten.
Auch konnten die Forscher zeigen, dass sich dadurch Gesundheit und Lebensqualität der Bewohner einer ganzen Stadt signifikant gebessert hatten. Dies geschah, nachdem zuvor viele von ihnen gemeinsam meditiert hatten.

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