Mineralogische Einordnung
Dieses Mineral entsteht gemäß dem primären Bildungsprinzip, also direkt durch die Erstarrung einer magmatischen Flüssigkeit bei ihrer Abkühlung. Dabei entsteht der Rutilquarz entweder in Pegmatiten, also in grobkörnigen Varietäten des magmatischen Gesteins oder hydrothermal. Im letzteren Falle werden Mineralstoffe in Wasser gelöst, welches durch Einwirkung von hohem Druck noch bei 375°C flüssig ist.
Die chemische Zusammensetzung von Rutil ist TiO2. Quarz ist die stabile Form von Siliziumdioxid, SiO2, auf unserer Erdoberfläche. Der Bergkristall besteht beispielsweise aus reinem Kristallquarz. Somit ist der Rutilquarz ein Bergkristall, in dessen Innerem Rutilnadeln eingeschlossen sind. Die chemische Zusammensetzung ist daher SiO2+TiO2.
Dieser Mineralstein gehört zur Mineralklasse der Oxide. Oxide sind Sauerstoffverbindungen. Sie wandeln bei den Verbrennungsvorgängen energiereichere Verbindungen in energieärmere um. Dadurch werden instabile Zustände in stabile überführt. Oxide sollen daher in solchen Lebensumständen hilfreich sein, wo wir immer wieder sehr viel Energie und Kraft investieren müssen, um einen instabilen Zustand aufrechtzuerhalten. Daher gelten die Oxide als „Stabilitäts-Lieferanten“ und nebenbei stehe uns dann auch noch die frei werdende Energie zur Verfügung.
Trigonale und tetragonale Kristallstruktur
Der Rutilquarz besteht, wie beschrieben, sowohl aus Siliziumdioxid als auch aus Titandioxid. Siliziumdioxid kristallisiert im trigonalen Kristallsystem und Titandioxid im tetragonalen. Daher sind bei diesem Mineral beide Kristallsysteme vorhanden. Beim trigonalen Kristallsystem besitzen die Kristalle eine dreieckige innere Struktur. Trigon ist das griechische Wort für Dreieck und hat daher dieser Kristallstruktur ihren Namen verliehen. Zum tetragonalen Kristallsystem gehören alle Kristalle mit einer rechteckigen inneren Struktur. Der Name wird von dem griechischen Wort, Tetragon, abgeleitet und bedeutet Viereck. Bei den tetragonalen Mineralen können die Kristalle rechteckige Säulen oder viereckige Spitzen bilden.
Die trigonale und die tetragonale Kristallstruktur und sein jeweiliger Menschentypus
Nachdem der Rutilquarz sowohl Anteile aus dem trigonalen als auch dem tetragonalen Kristallsystem besitzt, ist es schwer, ihm einen entsprechenden eigenen Menschentypus zuzuordnen. Der typische „trigonale Menschentyp“ oder Lebensstil steht im Artikel über den Hämatit beschrieben. Eine detaillierte Beschreibung des tetragonalen Lebensstils kann im Artikel über den Zirkon nachgelesen werden.
Titan in der Steinheilkunde und in der Homöopathie
Die Aufnahme und der Stoffwechsel bestimmter Mineralstoffe im Körper soll durch Mineralien, die dieselben Mineralstoffe enthalten, angeregt werden. Dabei liefert uns das Mineral diese Stoffe nicht direkt. Es soll den Organismus lediglich dazu anregen, diese aus der Nahrung besser aufnehmen und verwerten zu können. Beim Rutilquarz stellt das chemische Element, Titan, einen wichtigen Mineralstoff dar. Titan findet man im Körper vor allem in Knochen und Muskeln. Dazu wirkt es entzündungshemmend und stärkt das Herz.
Potenziertes Titan wird in der Homöopathie als Titanium bezeichnet. Das mentale Arzneibild stellt sich folgendermaßen dar: Es ist eine Arznei für Menschen, welche Probleme damit haben, ihre begonnenen Aufgaben fortzuführen und zu vollenden. Sie besitzen ein inneres Gefühl der Unzulänglichkeit und zweifeln an ihren Fähigkeiten. Schon Kleinigkeiten können große Ängste bei ihnen erzeugen. Dadurch kommen sie einfach nicht richtig voran obwohl sie bereits den ersten Schritt schon getan haben.
Rutilquarz – Wirkung auf unseren Körper
Dieser Stein soll bei den verschiedenen Erkrankungen der Atemwege, insbesondere auch bei chronischem Husten und Bronchitis eine Wirkung zeigen und hilfreich sein. Er wirke auf alle unsere Zellen regenerierend und lasse die Energien im Körper frei fließen. Auch unser Herz und unsere gesamte körperliche Regenerationsfähigkeit solle durch den Rutilquarz gestärkt werden. Dazu kennt man seine Anwendung bei Schlafstörungen und sexuellen Problemen, wie beispielsweise Potenzstörungen. Bei Depressionen könne er aufmunternd und befreiend wirken und Angstzuständen und Beklemmungen entgegenwirken.
Die Anwendung des Heilsteins
Bei Infekten oder anderen Erkrankungen der Atemwege empfiehlt es sich, den Stein direkt auf der Brust aufzulegen oder ihn am Hals zu tragen. Auch solle man ihn häufig auf den Solarplexus auflegen, da er hier seine Wirkung optimal entfalten könne. Dazu kann man mit ihm auch ein Edelsteinwasser herstellen. Besonders gut eigne sich der Rutilquarz zu Meditationszwecken oder für Steinkreise. Hierbei sollen mit seiner Hilfe viele Verspannungen und Blockaden gelöst werden können.
Unter lauwarmem Wasser kann er entladen und gereinigt werden. Gegenüber Laugen ist dieses Mineral empfindlich. Daher sollte man den direkten Kontakt mit ihnen vermeiden und bei Reinigungsarbeiten keinen Ring aus Rutilquarz tragen. Zudem ist der Stein auch relativ kratzempfindlich. Aufladen lässt er sich in der Sonne oder durch das Auflegen auf einen Bergkristall.